Hasenbart

16. — 20. April 2025 · Solo

Road to
Dortmund

Fünf Tage mit dem Gravelbike von der Haustür bis vor die Südtribüne — für neunzig Minuten Fussball.

674 km — 3'107 hm — 5 TageZollikerberg → Karlsruhe → Köln → Dortmund34:19 h auf dem VeloHeja BVB

Das Warum

Ich bin Dortmund-Fan seit den Zeiten von Stéphane Chapuisat. Als Schweizer schaut man damals hin, wenn einer von uns dort vorne spielt — und dann bleibt man hängen. Seither: fast jedes Spiel am Fernsehen, und alle paar Jahre packt es mich so richtig, dann fahre ich hin. Für mich ist das der schönste Fussballplatz der Welt, und wer einmal drin gestanden hat, diskutiert darüber nicht mehr. Diesmal wollte ich anders ankommen als sonst — nicht mit dem Zug, nicht mit dem Auto, sondern mit dem Gravelbike. Von der Haustür bis vor die Südtribüne.

05

Tage

674

Kilometer

3'107

Höhenmeter

34:19

Auf dem Velo

Die Route

Von Zürich ins Ruhrgebiet

  1. 00Zollikerberg
  2. 01Blumberg
  3. 02Karlsruhe
  4. 03Bingen am Rhein
  5. 04Wuppertal
  6. 05Dortmund

Nachfahren?

Die komplette Route als GPX — aus den originalen Aufzeichnungen, vereinfacht fürs Navigationsgerät.

Gesamttrack GPX948 KB

Das Logbuch

5 Tage, 5 Etappen

16. April 2025

Ganz mühsamer Start. Ganz, ganz mühsam.

ZollikerbergBlumberg

Etappe 1 GPX
0 km▲ max 918 m80 km

80

Kilometer

933

Höhenmeter

4:23

Fahrzeit

Das Spiel war für Sonntagabend angesetzt, entschieden habe ich mich am Dienstag. Vier Tage für gut sechshundert Kilometer — sportlich, aber machbar, dachte ich mir. Am Mittwoch kam ich dann erst am Nachmittag los, weil ich zu spät aufgestanden bin. Der Radcomputer zeigte 156 Kilometer für diesen Tag an. Es wurden achtzig.

Dazu habe ich mich zweimal aus meiner eigenen Stadt verfahren. Nicht irgendwo im Nirgendwo, sondern in Zürich, wo ich seit Jahren wohne. Ich war schlicht nicht bei der Sache. Am Abend lag ich irgendwo oberhalb von Schaffhausen, schon über der Grenze — und der Titel, den ich der Aufzeichnung an diesem Abend gegeben habe, fasst den Tag ganz gut zusammen.

Etappe 1: Zollikerberg nach Blumberg — Bild 1
Etappe 1: Zollikerberg nach Blumberg — Bild 2
Etappe 1: Zollikerberg nach Blumberg — Bild 3
Etappe 1: Zollikerberg nach Blumberg — Bild 4
Etappe 1: Zollikerberg nach Blumberg — Bild 5
Etappe 1: Zollikerberg nach Blumberg — Bild 6
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Etappe 1: Zollikerberg nach Blumberg — Bild 1

17. April 2025

Kalt, nass — aber eine sehr, sehr coole Abfahrt.

BlumbergKarlsruhe

Etappe 2 GPX
0 km▲ max 813 m178 km

178

Kilometer

1'026

Höhenmeter

9:18

Fahrzeit

Der zweite Tag war besser, und er hatte diese eine Abfahrt, für die sich alles gelohnt hat: sehr lang, etwa ein Prozent Gefälle, so gleichmässig, dass ich halbe Ewigkeiten freihändig gefahren bin. Das ist genau der Zustand, für den man solche Touren überhaupt macht.

Der Rest war nass. In Deutschland fährt man viel entlang der Hauptstrassen — die Radwege sind gut, gar keine Frage, aber ausser dem langen Tal war es zum Fahren eher unspektakulär. Bis Karlsruhe wurden es 178 Kilometer, und ich kam spät und vollständig durchnässt an. So gezittert habe ich lange nicht mehr.

Schuld war die Kleidung. Ich hatte nur Trainerhosen dabei, die weder wärmen noch irgendetwas abhalten und nach zwanzig Minuten Regen durch sind. Das Hotel war dafür ausgezeichnet. Zu essen gab es um diese Zeit natürlich nichts mehr, also bin ich hungrig ins Bett — und habe von dort aus Fussball geschaut.

Etappe 2: Blumberg nach Karlsruhe — Bild 1
Etappe 2: Blumberg nach Karlsruhe — Bild 2
Etappe 2: Blumberg nach Karlsruhe — Bild 3
Etappe 2: Blumberg nach Karlsruhe — Bild 4
Etappe 2: Blumberg nach Karlsruhe — Bild 5
Etappe 2: Blumberg nach Karlsruhe — Bild 6
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Etappe 2: Blumberg nach Karlsruhe — Bild 1
Etappe 2: Blumberg nach Karlsruhe — Bild 2

18. April 2025

Bad day. Und alles andere isch au nöd easy gsi.

KarlsruheBingen am Rhein

Etappe 3 GPX
0 km▲ max 220 m162 km

162

Kilometer

485

Höhenmeter

8:36

Fahrzeit

Tag drei war zäh, vor allem am Anfang. Irgendwann am Nachmittag, mitten in einem Weissweingebiet, ging dann gar nichts mehr. Ich habe mich auf ein Bänkli gelegt und eine Viertelstunde geschlafen. Danach lief es wieder einigermassen.

Am Abend kam die Energie zurück, wie fast immer, wenn ein Tag schon verloren scheint. Ich bin zügig bis an den Rhein gefahren und in Bingen gelandet. Abendessen direkt am Wasser, mit der letzten Kraft gegessen, dann schnell zurück ins Hotel. Kalt war es auch — ich hatte ja weiterhin nur das Nötigste dabei.

Etappe 3: Karlsruhe nach Bingen am Rhein — Bild 1
Etappe 3: Karlsruhe nach Bingen am Rhein — Bild 2
Etappe 3: Karlsruhe nach Bingen am Rhein — Bild 3
Etappe 3: Karlsruhe nach Bingen am Rhein — Bild 4
Etappe 3: Karlsruhe nach Bingen am Rhein — Bild 5
Etappe 3: Karlsruhe nach Bingen am Rhein — Bild 6

19. April 2025

Ich bin Batmannnn.

Bingen am RheinWuppertal

Etappe 4 GPX
0 km▲ max 198 m212 km

212

Kilometer

458

Höhenmeter

9:49

Fahrzeit

Der vierte Tag war der beste — und der längste. Immer dem Rhein entlang, und der Rhein ist eine geniale Strecke, wenn man Kilometer machen muss. Ich musste. Sonst hätte es bis zum Anpfiff nicht gereicht.

Vorbei am Pfalzgrafenstein, der mitten im Fluss steht, und am Kilometerstein 582. Durch Koblenz, dann Bonn, dann Köln, wo ich beim Dom Pause gemacht habe und am Rheinauhafen an den grossen ALAAF-Buchstaben vorbeikam. Danach Leverkusen mit dem Bayer-Kreuz, und ab da wurde es industriell — das Deutschland, das man aus dem Fernsehen kennt.

Am Abend Wuppertal. Ich war noch nie dort, und die Schwebebahn über dem Fluss hat mich augenblicklich an Batman erinnert. Anders kann ich es nicht beschreiben. Fast zehn Stunden auf dem Velo, 212 Kilometer, kaum Höhenmeter — flach, aber endlos. Das Hotel war günstig und trotzdem gut, die Stadt hatte offen, ich habe mir kurz etwas angeschaut und bin dann schnell ins Bett.

Etappe 4: Bingen am Rhein nach Wuppertal — Bild 1
Etappe 4: Bingen am Rhein nach Wuppertal — Bild 2
Etappe 4: Bingen am Rhein nach Wuppertal — Bild 3
Etappe 4: Bingen am Rhein nach Wuppertal — Bild 4
Etappe 4: Bingen am Rhein nach Wuppertal — Bild 5
Etappe 4: Bingen am Rhein nach Wuppertal — Bild 6
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Etappe 4: Bingen am Rhein nach Wuppertal — Bild 1
Etappe 4: Bingen am Rhein nach Wuppertal — Bild 2
Etappe 4: Bingen am Rhein nach Wuppertal — Bild 3
Etappe 4: Bingen am Rhein nach Wuppertal — Bild 4
Etappe 4: Bingen am Rhein nach Wuppertal — Bild 5

20. April 2025

Road to Dortmund — completed.

WuppertalDortmund

Etappe 5 GPX
0 km▲ max 263 m43 km

43

Kilometer

205

Höhenmeter

2:13

Fahrzeit

Am Sonntag waren es nur noch 42 Kilometer, und die bin ich zum ersten Mal auf dieser Tour wirklich gemütlich gefahren. Grösstenteils über alte Bahntrassen, die zu Radwegen umgebaut wurden: schnurgerade, leicht ansteigend, kein Verkehr.

Das Timing ging auf. Anständig gefrühstückt, losgefahren im Wissen, dass ich in maximal zweieinhalb Stunden im Hotel bin. Geduscht, das Velo versorgt, dann raus zum Stadion, um mich wie immer mit Merchandising einzudecken. Nochmal zurück ins Hotel, weil ich keine Lust hatte, die Tüten mit hineinzuschleppen. Kurz hingelegt.

Und dann rein.

Das Stadion ist eine Wucht, wenn man es vor Ort erlebt. Die Intensität, mit der gespielt wird, die Fans — und das an einem Sonntagnachmittag. Für diesen Moment hat sich das Gasgeben am dritten Tag gelohnt. Ich bin rechtzeitig angekommen und erst noch ausgeruht. Beides war nicht selbstverständlich.

Gegen Mönchengladbach wurde es 3:2, zur Pause stand es schon 3:1. 81'365 Leute waren da. Und die Aufzeichnung meiner Fahrt endet 165 Meter vor dem Signal Iduna Park.

Etappe 5: Wuppertal nach Dortmund — Bild 1
Etappe 5: Wuppertal nach Dortmund — Bild 2
Etappe 5: Wuppertal nach Dortmund — Bild 3
Etappe 5: Wuppertal nach Dortmund — Bild 4
Etappe 5: Wuppertal nach Dortmund — Bild 5
Etappe 5: Wuppertal nach Dortmund — Bild 6
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Etappe 5: Wuppertal nach Dortmund — Bild 1
Etappe 5: Wuppertal nach Dortmund — Bild 2
Etappe 5: Wuppertal nach Dortmund — Bild 3
Etappe 5: Wuppertal nach Dortmund — Bild 4
Etappe 5: Wuppertal nach Dortmund — Bild 5
Etappe 5: Wuppertal nach Dortmund — Bild 6
Etappe 5: Wuppertal nach Dortmund — Bild 7
Etappe 5: Wuppertal nach Dortmund — Bild 8
Etappe 5: Wuppertal nach Dortmund — Bild 9

Epilog

Die Rückreise

Am Montag ging es mit dem Zug zurück, den ganzen Tag lang. Das war überhaupt kein Problem, im Gegenteil: das Velo im Fahrradabteil, ich am Fenster, draussen zog der deutsche Frühling vorbei. Genug Zeit, die Tour nochmal Revue passieren zu lassen.

Rückreise mit dem Zug — Bild 1
Rückreise mit dem Zug — Bild 2
Rückreise mit dem Zug — Bild 3
Rückreise mit dem Zug — Bild 4

Fazit

Zwei schlechte Tage

Typ zwei. Während der Fahrt macht es keinen Spass, danach umso mehr — und bei dieser Tour war der Effekt noch deutlicher als sonst, weil zwei von fünf Tagen ehrlich gesagt schlecht waren. Geblieben sind trotzdem die anderen: die endlose Abfahrt am zweiten Tag, der Rhein, und die Südtribüne an einem Sonntagnachmittag.

674 Kilometer für 90 Minuten.

Von der Haustür in Zollikerberg bis vor die Südtribüne — und dann ein 3:2. Wer fragt, ob sich das lohnt, war noch nie drin.

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